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Der Tag der Kanadier

Zweimal Kanada auf dem Treppchen: Erik Guay schaffte die Sensation und gewann Super-G-Gold, Manuel Osborne-Paradis liess sich mitreissen und fügte Bronze hinzu. Silber ging an einen der Favoriten, Kjetil Jansrud aus Norwegen. Und am Ende durften sich sogar zwei Schweizer richtig freuen!

Manuel Osborne-Paradis (Agence Zoom)
Jansrud Kjetil
Patrick Küng (Agence Zoom)
Kjetil Jansrud (Agence Zoom)
Erik Guay (Agence Zoom)
Erik Guay
Beat Feuz (Agence Zoom)

Die Überraschungen der Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz gehen weiter. Die ersten beiden Renntage haben den insgesamt 20.000 Zuschauern auf Salastrains mächtig Spannung geboten!

Auch beim Super-G der Männer kam es nicht zum Favoritensieg. Stattdessen liess sich Erik Guay die zweite Goldmedaille der Ski-WM umhängen – und das nur eine Woche nach seinem schweren Sturz bei der Abfahrt in Garmisch. Übrigens der Ort seines letzten Super-G-Siegs im Weltcup im Jahr 2010 und seiner Abfahrts-Goldmedaille 2011.

„Es hat sich gut angefühlt. Aber man weiss nie, wie schnell man wirklich ist“, sagte der Weltmeister bei der Pressekonferenz. „Als ich dann aber im Ziel die Reaktion der Menge gespürt habe, wusste ich, dass da etwas Fantastisches passiert ist.“ Guay war 0,45 Sekunden schneller als Kjetil Jansrud, der die erste Medaille für Norwegen gewann.

Und dann schlugen die Kanadier noch einmal zu. Mit der Startnummer 26 stürmte Manuel Osborne-Paradis aufs Treppchen, und das am Tag seines 33. Geburtstags. Nach einem Trainingstag ohne Rennen werden am Freitag die nächsten Medaillen vergeben: bei der Superkombination der Frauen.

Nation des Tages:
Zweifelsohne Kanada! Müssen wir mehr sagen?

Slogan des Tages: Attacking Vikings, das Motto auf der norwegischen Teamkleidung. Neben Kanada sind die Wikinger der zweite Gewinner der Tages. Auch wenn Aleksander Aamodt Kilde noch von Osborne-Paradis vom Treppchen geschubst wurde. Aber andere Nationen mussten deutlich heftigere Rückschläge wegstecken – zum Beispiel Italien und Österreich. Titelverteidiger Hannes Reichelt schaffte es nur auf Platz zehn. Das Highlight aus österreichischer Sicht war Vincent Kriechmayer mit der Startnummer eins. Sieben Athleten bissen sich die Zähne an seiner Zeit aus, ehe Jansrud vorbeizog. Kriechmayer wurde am Ende Fünfter. Einen noch deutlicheren Dämpfer erhielten nur die Gastgeber.

Enttäuschung des Tages: Das Schweizer Team konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Bester war Carlo Janka mit Platz acht. Beat Feuz verpasste gar die Top Ten (Platz zwölf). „Sicher hatte ich mir mehr erhofft“, meinte der Emmentaler knapp. Mauro Caviezel wurde 20. Für Patrick Küng reichte es nach einem frühen Fehler, der ihn völlig aus dem Schwung und der Konzentration brachte, nur zu Platz 22.

Dennoch durften zwei Schweizer jubeln: Norwegen-Trainer Reto Nydegger und Martin Rufener, Alpindirektor der Kanadier, der 2003 bei der Ski-WM in St. Moritz Renndirektor war – und Cheftrainer der Schweizer zu der Zeit, als Janka, Defago und Cuche Weltmeister und Olympiasieger wurden.

Unglückszahl des Tages:
11. Die ungeliebte Startnummer 11 nach dem TV Break hat auch am Mittwoch wieder zugeschlagen. Allerdings hatte Max Franz mehr Glück als Lindsey Vonn, die ausschied. Wild rudernd flog der Österreicher über einen der Sprünge, schaffte es aber noch so gerade, auf den Beinen zu bleiben.

Stolperfalle des Tages:
die Mauer. Der Sprung wurde vielen Fahrern zum Verhängnis. Wer die Mauer falsch erwischte, war entweder ganz raus oder verlor eine Menge Zeit bei dem Versuch, das nächste Tor noch ordentlich zu treffen.

Hingucker des Tages: Neben den Schweizern war noch ein „Lokalmatador“ auf der Strecke: Nikita Shcherbakovskiy, der in Zuoz lebt und zur Schule geht [mit Link]. Mit 17 Jahren war der russisch-israelische Doppelbürger, der für Israel an den Start ging, der jüngste Teilnehmer am Super-G. Nikita kam auf Platz 51 von 72 gestarteten Fahrern und liess sich im Ziel von Familie, Klassenkameraden und Lehrern mit „Go Sherba“-Rufen feiern.

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